Rasseportrait
Als Allah das Pferd schaffen wollte, sagte er zum Südwind:
"Ich will aus dir ein Geschöpf schaffen ,
zur Ehre meiner Heiligen, zur Erniedrigung meiner Feinde,
aus Huld für die, die mir gehorchen."
Und der Südwind sprach :
"Erschaffe es oh Herr".
Da nahm Gott vom Südwind eine Handvoll und schuf daraus das Pferd.
Er sprach:
"Das Gute sei gebunden an deine Stirnhaare, die Beute an deinen Rücken,
dir sei gegeben den Unterhalt des Lebens zu erweitern.
Ich habe deinen Besitzer zu deinem Freunde gemacht,
ich habe dich begünstigt vor allen anderen Lasttieren,
ich habe dir die Kraft zum Fliegen verliehen, ohne Flügel.
Dein Name sei - Arabisch.


Für Poeten ist es die Krone der Schöpfung - das Arabische Vollblut
Diese Geschichte über die Entstehungsweise des Arabischen Vollbluts zeigt die mythische Verehrung der Araber für ihr Pferd. Kein anderes Pferd erobert so leicht die Herzen der Menschen im Sturm und betört sie durch seine Schönheit, sowie durch seine Intelligenz und Charakter.

Die Herkunft dieses herrlichen Pferdes ist unsicher, man nimmt aber an, dass das Arabische Vollblut bereits
5000 vor Christus auf der Arabischen Halbinsel beheimatet war.
Islamische Eroberungszüge brachten diese
Rasse nach Europa und auch in andere Kontinente.
Das arabische Pferd hätte sich nicht so erfolgreich durchgesetzt, hätte es sich nicht überall wo es importiert wurde, als überlegen in Ausdauer, Schnelligkeit und Zeugungskraft erwiesen.

Die Wüstenstämme züchteten über viele Generationen hin ihre Pferde selektiv nach Typ, Ausdauer,Gesundheit, Schnelligkeit und Kraft. Diese Eigenschaften wurden der Nachkommenschaft vererbt, und deshalb hat man die Araber ständig mit so gut wie allen anderen Pferderassen gekreuzt, um zukünftige Generationen zu verbessern und zu verfeinern. Deshalb wird die Pferderasse auch als Stammvater aller Pferderassen dieser Welt bezeichnet.

Die Vollblutaraber ähneln einander im wesentlichen
von der Erscheinung her;
wenn die einzelnen Rassen sich in verschiedenen Weltgegenden
auch verschieden ausprägten,
so kann man sie doch noch immer als Araber erkennen.

Das Stockmaß beträgt gewöhnlich zwischen 145 cm und 158 cm.
Der charakteristischste Zug des Vollblutarabers ist vielleicht der Kopf:
er ist fein, leicht gewölbt über, unter und zwischen den Augen, so dass die Nase dadurch leicht konkav aussieht, mit großen, strahlenden Augen,
nach unten geschwungenen Nüstern und kleinem,
eingesenktem Nasenrücken.
Der Hals soll gut auf dem Körper sitzen, der Rücken kurz und kräftig sein, mit gut gerundeten Rippen und der
Schweif etwas höher sitzen als bei den anderen Rassen.
Die Beine sollen hart, klar und gut geformt sein,
und die Bewegung fast "schwebend" aussehen, vor allem beim Traben.

Das hervorragendste Merkmal des Arabers ist jedoch sein wundervoller Charakter. Er entwickelt eine sehr enge Beziehung zu seinem Partner Mensch und hat allgemein ein dem Menschen zugewandtes Wesen. Er ist sehr kinderfreundlich und man kann ihn als echtes
Familienpferd bezeichnen.

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Bilder: Bianka Möllendorf